04.05.2026
Wie ungemähte Flächen wichtige Lebensräume schaffen und das ökologische Gleichgewicht stärken
Im Mai einfach mal nichts tun und dabei aktiv die Artenvielfalt fördern: Dazu ruft der NABU Niedersachsen Gartenbesitzende auf. Beim alljährlichen Aktionsmonat „Mähfreier Mai“ sollen Rasenmäher pausieren, damit Pflanzen und Rasen ungestört wachsen und wertvolle Lebensräume entstehen können. In Großbritannien ist die Aktion bereits seit Jahren unter dem Namen „No Mow May“ etabliert.
Artensterben spitzt sich weiter zu
In Deutschland gibt es rund 17 Millionen Privatgärten, doch viele bieten kaum noch Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Dabei machen sie einen erheblichen Anteil der städtischen Grünflächen aus und
bergen großes Potenzial für den Artenschutz. Gleichzeitig ist etwa ein Drittel der Tier-, Pflanzen- und Pilzarten gefährdet, bei den heimischen Wildbienenarten gilt das bereits für mehr als die
Hälfte. Das betrifft nicht nur die Insekten selbst, sondern auch uns Menschen, denn wir sind auf funktionierende Ökosysteme angewiesen. Insekten spielen dabei eine zentrale Rolle für das
ökologische Gleichgewicht.
Kleiner Aufwand, großer Effekt
Durch zunehmende Bodenversiegelung und den Einsatz von Pestiziden gehen auch in Gärten immer mehr Lebensräume verloren. Der „Mähfreie Mai“ setzt genau hier an: Wer das Mähen vorübergehend
aussetzt, schafft Raum für mehr Natur. Gerade im Frühling profitieren Pflanzen davon, ungestört wachsen zu können. Das bringt mehrere Vorteile mit sich: Der Pflegeaufwand sinkt, der
Wasserverbrauch reduziert sich, da längeres Gras widerstandsfähiger gegenüber Trockenheit ist und ein naturnaher Garten wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aus.
Gärten als wertvolle Lebensräume
Naturnah gestaltete Gärten können zu wichtigen Rückzugsorten und verbindenden Trittsteinbiotopen für Tieren und Pflanzen werden. Sie dienen als Brutstätte, Nahrungsquelle und Rastplatz und
fördern so den genetischen Austausch sowie die Verbreitung vieler Arten. Besonders wertvoll sind heimische Wildpflanzen, da sie sich gemeinsam mit der Tierwelt entwickelt haben und oft die
Grundlage für spezialisierte Insektenarten bilden. Dennoch werden viele dieser ökologisch wichtigen Wildkräuter noch immer als „Unkraut“ bezeichnet. Dieser Begriff verkennt ihren Wert und zeigt,
wie notwendig ein Umdenken ist, erklärt Lamin Neffati, Pressesprecher des NABU Niedersachsen.
Naturnahe Gärten bieten bestäubenden Insekten reichlich Nahrung. Ohne sie gäbe es viele unserer Kulturpflanzen wie Äpfel oder Tomaten nicht. Gleichzeitig sind Insekten eine zentrale Nahrungsquelle für zahlreiche Tierarten: Viele Gartenvögel sind darauf angewiesen, ihre Jungen mit proteinreichen Insekten zu versorgen. Wer Insekten fördert, unterstützt daher auch Vogelarten wie Kohlmeise, Gartenrotschwanz oder Kleiber bei der Aufzucht ihres Nachwuchses.
Jeder Garten zählt und schon kleine Veränderungen können viel bewirken. Naturnahe Gärten schaffen zudem gute Voraussetzungen für die Teilnahme an weiteren NABU-Aktionen wie der „Stunde der Gartenvögel“.
Mit seinem klaren, melodischen Gesang verkündet es die neue Jahreszeit, während der astronomische Frühlingsbeginn unmittelbar bevorsteht: das Rotkehlchen. Wer dem beliebten Gartenvogel jetzt noch helfen möchte, sollte die verbleibenden Tage nutzen, um letzte Maßnahmen im Garten umzusetzen und geeignete Nistmöglichkeiten zu schaffen.
Das Rotkehlchen gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Vogelarten in Deutschland. Sein auffälliges Federkleid, sein ganzjähriger Gesang und seine Nähe zum Menschen machen es für viele zum Sympathieträger. Gleichzeitig wirft sein eher unbekanntes Nistverhalten immer wieder Fragen auf. „Kaum eine andere Vogelart bewegt so viele Menschen wie das Rotkehlchen“, erklärt Lamin Neffati, Pressesprecher des NABU Niedersachsen. „Es begleitet uns im Alltag, sei es beim Gärtnern oder beim Spaziergang und schafft so eine besondere Verbindung zwischen Mensch und Natur.“
Derzeit erreichen die Aktivitäten im Garten eine Hochphase. Strukturen sollten stehen, Rückzugsorte geschaffen und Eingriffe möglichst abgeschlossen sein, damit Wildtiere ungestört in die Brutzeit starten können. Das Rotkehlchen sucht gezielt bodennahe, gut geschützte Nistplätze, etwa in Reisighaufen, dichten Sträuchern, Holzstapeln oder Nischen. Auch Halbhöhlen-Nistkästen werden angenommen, sofern sie etwas versteckt und nicht zu hoch angebracht sind.
Ebenso wichtig wie der Nistplatz ist das Nahrungsangebot. Als Insektenfresser ist das Rotkehlchen auf eine vielfältige und naturnahe Umgebung angewiesen. Strukturreiche Gärten mit heimischen Pflanzen, wilden Ecken und blütenreichen Bereichen fördern die Insektenvielfalt und damit die Lebensgrundlage der Vögel. „Ein Garten darf ruhig ein wenig unordentlich wirken“, so Neffati. „Gerade diese scheinbare Unordnung ist oft der Schlüssel zu mehr Leben.“
Wer jetzt noch aktiv werden möchte, kann mit einfachen Mitteln viel bewirken. Das Anlegen von Reisighaufen, das Stehenlassen von Stauden oder das Aufhängen eines geeigneten Nistkastens sind Maßnahmen, die schnell umgesetzt werden können und direkt Wirkung zeigen. Wichtig ist dabei, potenzielle Gefahrenquellen wie Katzenzugang zu berücksichtigen und die Nistplätze entsprechend zu schützen.
Denn trotz stabiler Bestände ist auch das Rotkehlchen langfristig auf Unterstützung angewiesen. Die galoppierende Ausräumung der Landschaft, der Verlust an artenreichen Wegsäumen und Waldrändern, der Landschaftsverbrauch durch Überbauung und auch die grausame Bejagung im Süden Europas machen der Art zu schaffen. Umso wichtiger ist es, im eigenen Umfeld sichere Rückzugsorte zu kreieren.
Für alle, die ihren Garten für Rotkehlchen und Co einladender gestalten möchten, hält der NABU Niedersachsen ein kleines Infopaket bereit, das aus der umfangreichen Bauplansammlung für Nisthilfen aller Art und der reich bebilderten Farbbroschüre „Vögel im Garten“ besteht.
Es kann angefordert werden gegen Einsendung von Briefmarken im Wert von 5 Euro beim NABU Niedersachsen, Stichwort „Rotkehlchen“, Alleestr. 36, 30167 Hannover.

Im Mai 2026, 14 - 16 Uhr
– Das genaue Datum wird auf der
NABU-Seite bekanntgegeben
Auf Entdeckungstour durch den
NABU-Garten 118
Holen Sie sich Tipps und Anregungen für naturnahe Gartengestaltung.
Anmeldung bitte an [email protected]. Treffpunkt: Seebothstraße, Parzelle 118, 31137 Hildesheim.
Treffpunkt:
Seebothstraße, Parzelle 118, 31137 Hildesheim.
https://regionale-wildstauden.de/index.html
toll, dass zu unserem Auftakttreffen am 21. Januar 2019 so viele Leute da waren. Wir haben uns riesig über das große Interesse gefreut. Für alle die da waren und für alle die keine Zeit hatten, hier eine kurze Zusammenfassung:
Wir waren ungefähr 20 Leute, so dass es in dem kleinen Büro in der Dingworthstraße nur noch Stehplätze gab. Es haben sich folgende Interessen herauskristallisiert: einige Teilnehmer haben eigene (z.T. sehr große) Gärten und suchen praktische Beratung, Tipps und Austausch über eine naturnahe Gestaltung. Auch Balkongärtnerinnen und Gärtner waren dabei, die auf kleinstem Raum eine möglichst große Artenvielfalt schaffen möchten. Andere haben keinen Garten, sind aber voller Tatendrang, sich in einem Nabu-Gemeinschaftsgarten einzubringen.
All dies wollen wir gemeinsam tun. Wie und in welcher Form wir das machen, wie wir uns organisieren und austauschen, werden wir gemeinsam entwickeln und hängt von den Leuten ab, die mitmachen.
Hier der Stand der Dinge, was vom NABU aus schon läuft und angeboten werden kann:
A) Kooperation mit dem Naturgartenprojekt des Kleingartenvereins „Gartenfreunde Berggarten e.V.“: Ehrenamtliche des Kleingartenvereins auf dem Moritzberg haben auf zwei Parzellen einen Naturgarten angelegt. Federführend ist hier Herr Werner Baumgärtel, der bei unserem Treffen am 21. auch anwesend war und sich vorgestellt hat. Er hat sich im Zuge seiner Arbeit einen unglaublichen Wissensschatz über Anlage und Pflege eines Naturgartens angeeignet und ist gern bereit, uns mit seinem Wissen zu unterstützen. Danke Werner! Damit Herr Baumgärtel ein bisschen Unterstützung bekommt und auch weil es sich praktisch am besten lernt, beraumen wir verschiedene Aktionstage für praktische Arbeit im Projektgarten an. Siehe unten.
B) Angrenzend an den Naturgarten des Kleingartenvereins Berggarten wurde eine Parzelle frei, die der NABU KV Hildesheim ab 1.1.2019 gepachtet hat. Dieter Goy, der 2. Vorsitzende des Nabu Hildesheim, konnte die Verhandlungen erfolgreich abschließen. Die Parzelle gehört zum Kleingartenverein „Gartenfreunde Berggarten e.V“ und liegt direkt hinter der Naturgarten-Parzelle des Kleingartenvereins, die federführend von Werner Baumgärtel betreut und bearbeitet wird. Hier haben wir die Möglichkeit, naturnahen Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schaffen, uns auszuprobieren, Ideen umzusetzen und den Garten auch als Erholung zu nutzen. Es wäre toll, wenn sich eine Gruppe von netten, tatkräftigen Leuten findet, die dieses Grundstück gemeinsam bearbeiten und gestalten.
Pachtgarten Nr. 118 (Schild an Gartentür),
Eingang Seeboth Straße, 31137 Hildesheim OT Moritzberg
C) Infomaterial: Dieter Goy war so nett, Materialien, die vom Nabu über Anlage und Pflege eines Naturgartens herausgegeben wurden, für alle zum Download auf diese
Website zu stellen: siehe unten!
Fotos: Dieter Goy