NABU KV Hildesheim Pressemitteilung Nr. 13 am 19.4.2021

Umwelt / Eulenschutz
Unsere Schleiereulen sind etwas ganz Besonderes

NABU berichtet von den außergewöhnlichen Tieren im Raum Hildesheim / Online-Videokonferenz am 27.April, 19 Uhr

Weserbergland/Hildesheim - die auffällig hellen Eulen mit dem herzförmigen Gesicht besitzen, sogar verglichen mit den anderen heimischen Eulenarten, ganz besonders hervorzuhebende Fähigkeiten. Äußerlich lässt sich die Schleiereule bereits durch ihren weißen Gesichtsschleier von allen übrigen Eulenarten gut unterscheiden. Doch auch ihre Federn und Zehen sind verschieden, ihre Ohrfedern fehlen, die Augen sind relativ klein und schwarz. Darüber und über vieles mehr soll an diesem Vortragsabend berichtet werden. Außerdem steht das Schleiereulen-Projekt der AG Eulenschutz im Fokus: Was gibt es Neues und wie steht es um den Bestand der Schleiereulen in unserer Region? In einem Bildvortrag, der am Dienstag den 27. April um 19.00 Uhr als Zoom-Konferenz stattfindet, berichtet Angelika Krueger, die Koordinatorin der AG Eulenschutz.Eine Anmeldung für den Vortrag ist bei Frau Krueger erforderlich: angelika.kru@arcor.de oder 0160-6921435. Die Zoom-Zugangsdaten werden nach der Anmeldung verschickt.

 

INFOBOX:

  • Die Schleiereule ist wahrscheinlich eine der bekanntesten Eulenarten hierzulande, nicht zuletzt weil sie als Kulturfolger sehr nah am Menschen lebt. Sie brütet in alten Scheunen oder Kirchtürmen und nutzt gerne spezielle Nistkästen, die oftmals für sie angebracht werden. Trotzdem sind ihre Bestände infolge der Modernisierung der Landswirtschaft tendenziell bei uns eher zurückgegangen. Ihr markantes Äußeres wird von dem auffällig weißen Gesichtsschleier geprägt.
  • Das markante Erscheiningsbild der Schleiereule ist geprägt von dem arttypischen weißen Gesichtsschleier mit den dunklen Augen, ihrer hellen Unterseite und der ansonsten gelblichen bis beigen Gesamtfärbung. Sie ist eine eher schlanke Eule.
  • Diese größtenteils streng nachtaktive Eulenart ist trotz ihrer Nähe zum Menschen recht scheu. Tagsüber zieht sie sich am liebsten in verlassene Ecken alter Gebäude oder in dichte Laubbäumen zurück. Zur Nahrungssuche fliegt sie grazil wenige Meter über dem Boden entlangt. Im Winter jagt sie unter anderem gerne in Scheunen, in denen durch das dort gelagerte Getreide Mäuse angelockt werden.
  • In Europa lebt der Großteil im Süden bis Südwesten. In Deutschland ist sie jedoch auch in weiten Teilen verbreitet. Als Kulturfolger lebt sie in offenen Kulturlandschaften mit extensiver Landwirtschaft. Sie brütet oft in Dörfern in alten Scheunen oder Kirchtürmen und nimmt gerne spezielle Nistkästen an.
  • Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Kleinsäugern wie Wühl- oder Spitzmäusen. Auch kleinere Vögel jagt sie. Die Schleiereule lagert Nahrung gerne am Brutplatz auf Vorrat.
  • Der europäische Bestand umfasst 110.000 bis 220.000 Brutpaare, wobei Schwerpunkte in Spanien und Frankreich - aber auch in Deutschland - liegen. Hierzulande brüten wieder zwischen 11.000 und 17.000 Paare. Nachdem die Schleiereule in den 70er Jahren als stark gefährdet galt, hat sich ihre Zahl dank gezielter Schutz- und Hilfsmaßnahmen erfreulich positiv entwickelt. Die Wahl zum Vogel des Jahres hatte 1977 eine Welle von Aktivitäten zum Schutz und zur Vermehrung der Schleiereulen ausgelöst, besonders durch die Schaffung von Brutplätzen, aber auch durch Information und Aufklärung der Bevölkerung über Schutzmöglichkeiten vor Ort.
  • Die Schleiereule ist in hohem Maße von Bewirtschaftungsformen in der Agrarlandschaft abhängig, mit denen Kleinsäugerbestände in engerem Zusammenhang stehen. Die in den letzten Jahren deutlich gestiegene Anwendung von Rodentiziden (Pestizide gegen Nagetiere) lässt zunehmende Gefährdungen befürchten. In der Vergangenheit sind Brutplätze oftmals durch Abbruch, oder im Zuge von Sanierungsmaßnahmen an Kirchen, Scheunen und Dächern verloren gegangen.
  • Eine reich strukturierte Kulturlandschaft mit reduzierter Ausbringung an Bioziden ist die Grundvoraussetzung für eine stabile Schleiereulen-Population. Sie käme gleichzeitig vielen anderen Arten der offenen Feldflur zugute. Das Anbieten von Nisthilfen kann sich ebenfalls positiv auswirken, wo geeignete Brutplätze rar sind. Durch Kooperation mit Landwirten (Brutplätze in Scheunen, Ställen) wie auch mit den Kirchen (zugänglich machen von Kirchtürmen) ist Schleiereulenschutz vor Ort schon mit einfachen Mitteln machbar.

 Hinweis zum Abdruck von NABU-Fotos:
Die NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland gestattet den einmaligen Abdruck des/der gesendeten Fotos im Kontext der besprochenen, NABU-bezogenen Berichterstattung. Voraussetzung ist die Nennung des Fotografen wie mitgeteilt. Bei nicht autorisierter weiterer Verwendung bzw. bei besprochener Verwendung, jedoch ohne Nennung des Fotografen, behält sich der NABU das Recht vor, ein der Veröffentlichung angemessenes Honorar nachzufordern. Der Weiterverkauf des gelieferten Bildmaterials an Dritte ist nicht gestattet.
Britta Raabe
Regionalgeschäftsstellenleitung  I  V.i.s.d.P.
NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland
Bergamtstraße 12, 31683 Obernkirchen   I  Tel.: 05724 – 399 35 35  I  E-Mail: britta.raabe@nabu-weserbergland.de 

NABU Landesverband Niedersachsen e.V., Alleestr. 36, 30167 Hannover

Vereinssitz Hannover  I   Vereinsregister VR 4635, Amtsgericht Hannover  I  Vorstandsvorsitzender Dr. Holger Buschmann

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NABU KV Hildesheim Pressemitteilung Nr. 12 am 16.4.2021

 

Umwelt / Wildtierschutz
Meister Bockert ist zurück!

 

NABU lädt zum Bibervortrag ein / Fluch oder Segen – oder: wie die Rückkher des Bibers zu sehen ist

 

Weserbergland/Hildesheim – Fakt ist: der Landschaftsgestalter ist wieder da – der NABU Hildesheim lädt daher ein zum Bibervortrag, der Wissenswertes über die Schlüsselart "Biber" vermittelt. Ein Bildvortrag von Dieter Mahsarski vom Biberzentrum des NABU Laatzen über das Leben der Zurückkehrer an Leine und Innerste findet am Donnerstag, den 22. April um 19 Uhr statt . Anmeldungen sind notwendig – Interessierte melden sich bei Aggi Galle via Mail aggi.galle@gmail.com an. Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit der VHS Hildesheim online als  Zoom-Video Konferenz satt. Die Zugangsdaten werden nach der Anmeldung zugestellt.

 
INFOBOX:

 Der Biber gehört zur Klasse der Säugetiere (Mammalia), zur Ordnung der Nagetiere (Rodentia) und zur Familie der Biber (Castoridae). Die Gattung Biber (Castor) wird in zwei Arten eingeteilt: den Europäischen (Castor fiber L.) und den Kanadischen Biber (Castor canadensis K.). Nach Thüringen wandern verschiedene Unterarten des Europäischen Bibers (u.a. Rhonebiber (Castor fiber galliae) und Elbebiber (Castor fiber albicus) ein. Durch die zentrale Rolle Thüringens spielt es eine wichtige Rolle bei der Vernetzung vitaler Biberpopulationen. In Bayern ausgesetzte Biber treffen mit Elbebibern aus dem Saale- und Werra-Flussgebiet zusammen.

 Gewicht & Größe
Mit einem Gewicht von bis zu 36 kg ist ein Biber schwerer als ein Reh. Biber erreichen eine Körperlänge bis zu 1,35 m, davon entfallen 30-35 cm auf den flach abgeplatteten Biberschwanz (Kelle). Sie sind die größten Nagetiere in Europa und die zweitgrößten der Welt - nach dem Südamerikanischen Wasserschwein. Biber sind plump, gedrungen und kompakt gebaut. Dadurch halten sie den Wärmeverlust im Wasser gering.

 

Kelle & Zähne
Biber sind eindeutig an der Kelle - den breiten, flach abgeplatteten Biberschwanz zu erkennen. Wegen ihrem schuppenartigen Aussehen, wurden die Biber im Mittelalter zum Fisch erklärt und durften zur Fastenzeit verspeist werden. Biber besitzen große orangefarbene Nagezähne. Sie sind wurzellos und wachsen ständig nach.

 

Hand & Fuß
Biberpfoten besitzen jeweils 5 Zehen mit kräftigen Krallen. Die Vorderpfoten sind als Greifwerkzeuge ausgebildet. Die Hinterzehen sind deutlich größer und durch eine Schwimmhaut verbunden. Sie dienen als Hauptantrieb bei der Fortbewegung. Die zweite Hinterzehe ist jeweils als Doppelkralle ausgebildet und wird zur Fellpflege verwendet.

 

 Britta Raabe
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NABU KV Hildesheim Pressemitteilung Nr. 11 am 15.4.2021

 Umwelt / Wildbienenschutz
Eine besondere Nisthilfe für den KIEWA

 

Die „schrägen Vögel“ engagieren sich im Wildbienenschutz / Präsentation der Nisthilfe am 23.April

 

Weserbergland/Hildesheim - Den Wildbienen geht es schlecht: sie leiden unter Pestiziden, Monokulturen und Klimawechsel. Das ist schon lange bekannt, doch brauchen sie noch mehr Menschen, die sich für die kleinen Bestäuber einsetzen. 37 Arten sind bereits ausgestorben, alle anderen sind bedroht.

 

Die NAJU-Gruppe der St. Ansgar Kinder- und Jugendhilfe, die „schrägen Vögel“, wie sie sich selbst nennen, haben beschlossen, die Ärmel hochzukrempeln und loszulegen: sie haben durch eine Internet-Recherche die passenden Materialien für die Nisthilfen ausgewählt. Dann wurden Bambus, Löß-Lehm und Strangfalzziegel von Internet-Händlern, Hartholz als Spende einer Tischlerei und Schilf von einem netten Nachbarn besorgt. Das Werkzeug hat der NABU Hildesheim gespendet. Daraufhin haben sich die „schrägen Vögel“ vom Baumarkt Kisten besorgt, in denen sie die unterschiedlichen Materialien positioniert haben, so dass sie als Nisthilfen geeignet sind:

-Strangfalzziegel aufgebohrt und die Rückwände verschlossen

-Lehm mit Wasser vermischt und in die Kisten eingegossen

-Hartholz angebohrt

-Bambus und Schilf zurechtgesägt und hinten verschlossen

 

Alle Eingänge wurden gesäubert und geschliffen, so dass die Insekten unverletzt hineinkommen, um ihre Eier abzulegen. So wurde in monatelanger Arbeit eine Kiste nach der anderen fertig. Der Rahmen, in dem die Kisten stehen werden, wird von der `Holzwerkstatt`, einem anderen St. Ansgar-Projekt, gebaut. Das geniale daran: Wenn zum Beispiel nur Bambus besiedelnde Insekten einziehen, bauen sie noch eine Bambuskiste und nehmen dafür z.B. eine Hartholz-Kiste raus, falls diese gar nicht besiedelt wurden. So kann jederzeit für die aktuell anwesenden Arten die richtige Nistmöglichkeit angeboten werden. Wenn alles fertig ist wird die Nisthilfe mit einer Infotafel versehen und im Kindererlebniswald (KIEWA) Hildesheim aufgebaut. Direkt neben einer Wildblumenwiese, so dass die Insekten auch gleich Nahrung finden. Den KIEWA besuchen außerhalb von Corona Zeiten bis zu 2.500 Kinder jährlich, um den Wald zu erleben, Lagerfeuer zu machen, Hütten zu bauen oder naturpädagogische Projekte durchzuführen. Die Kinder und ihre erwachsenen Begleiter*innen sollen durch eine Infotafel für die Lage der Wildbienen und der Insekten allgemein sensibilisiert werden. Denn in den Kreisläufen der Natur stellen sie ein wichtiges Element dar, sowohl als Bestäuber als auch als Futter für viele Tiere.

 

Am 23.April von 14 bis 17 Uhr ist es so weit: Dann soll die Nisthilfe aufgestellt und eingeweiht werden. Wer sie mal sehen möchte, braucht nur einen Termin bei Peter Thönelt, dem ersten Vorsitzenden des KIEWA e.V., vereinbaren und kann gleich noch mit den Kindern einen wunderbaren Tag im Hildesheimer Wald verbringen.

 

Wenn auch Sie den Insekten helfen wollen informieren Sie sich gern auf der Seite www.wildbienen.info oder beim NABU Hildesheim auf www.nabu-hildesheim.de . Dort finden Sie ausführliche Anleitungen für eine wilde Gartenecke, Wildblumenwiesen und den Bau von Nisthilfen, die auch wirklich helfen.

 

      INFOBOX:          

 

Die NAJU-Gruppe „die schrägen Vögel“ wurde im Jahr 2018 als Inklusionsprojekt innerhalb der St. Ansgar Kinder- und Jugendhilfe gegründet von Boris Tragico-Barth, Sozialarbeiter (BA) und zertifizierter Naturpädagoge und Frank Boungard, Sozialpädagoge (Dipl.). Damals haben zunächst fünf, später bis zu acht unserer Kinder teilgenommen, die in verschiedenen Hilfeformen unserer Einrichtung voll- und teilstationär untergebracht waren. Bei ihnen ist jede/r (auch Kinder außerhalb der Einrichtung) willkommen, der oder die etwas dazu beitragen will, der Natur, den Tieren und Pflanzen zu helfen und Artenvielfalt zu fördern.

 

Das haben sie im Laufe der Zeit auf viele verschiedene Arten getan:

 Sie haben Müll in unserem Stadtteil gesammelt, ihn sortiert und zum Recyclinghof gebracht.

  • Sie haben bei der Kartierung des Bibers an der Innerste geholfen.
  • Sie haben Nisthilfen für Vögel, Kleinsäuger und Insekten gebaut sowie eine Wildblumenwiese angelegt.
  • Sie haben eine Steinmauer im Schulgarten errichtet, um Unterschlupf für Tiere zu bieten.
  • Sie füttern im Winter regelmäßig die Vögel mit selbstproduzierten Futterplätzchen.
  • Sie haben Papier aus Altpapier und Waschpulver aus Kastanien selbst hergestellt.
  • Sie haben Artikel über die Tiere, die bei uns vorkommen, in unserer einrichtungseigenen Zeitschrift veröffentlicht.
  • Sie haben sich im Schulbiologiezentrum schlau gemacht.
  • Sie haben im Wald Hütten gebaut, Lagerfeuer gemacht und dort geschlafen.
  • Sie haben mit den Kindern vom „Klimazirkus“ einen Kinofilm über Tiere der Welt und ihre Bedrohung angesehen.
  • Sie haben ein Treffen mit den anderen NAJUs aus unserer Stadt organisiert und zusammen ein Wildblumen-Matsch-Katapult gebaut.
  • Sie haben bei den alljährlichen Sommerfesten Stände für den Naturschutz betreut.
  • Sie haben die Pracht des St. Vinzenz-Gemeinschaftsgarten genossen.
  • Sie haben einen Wasserlabor-Koffer gebaut und damit Wassertests durchgeführt.
  • Sie haben sich an der Klima-Kunst-Plakat-Demo in Hildesheim beteiligt

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Vereinssitz Hannover  I   Vereinsregister VR 4635, Amtsgericht Hannover  I  Vorstandsvorsitzender Dr. Holger Buschmann

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NABU KV Hildesheim Pressemitteilung Nr. 10 am 6.4.2021

 

Umwelt / Vogelschutz
Erste Verdachtsmomente aufgetaucht – Blaumeisensterben auch in diesem Jahr?

 

NABU bittet: melden Sie kranke oder tote Tiere / Hygienemaßnahmen an Futterstellen ergreifen

 

Weserbergland - Im vergangenen Frühjahr war in weiten Teilen Deutschlands Epidemie aufgetreten, der Tausende Blaumeisen zum Opfer fielen. Bis Jahresende wurden über ein daraufhin eingerichtetes Meldeformular über 24.000 Verdachtsmeldungen dieser Epidemie an den NABU gemeldet. Mehr als 400 tote Vögel wurden untersucht, ziemlich genau die Hälfte der beprobten Vögel ist an einer Infektion mit dem in Deutschland neuartigen Bakterium gestorben. Bei der „Stunde der Gartenvögel“ im vergangenen Mai 2020 wurden entsprechend weniger Blaumeisen beobachtet. Erste Verdachtsmeldungen, die zu den typischen Symptomen der Krankheit passen, sind nun auch dieses Frühjahr schon beim NABU eingegangen. Eine auffällige Häufung oder klare regionale Schwerpunkte sind jedoch noch nicht erkennbar. Verdachtsmeldungen kranker oder verstorbener Blaumeisen oder auch anderer Kleinvögel können unter www.NABU.de/meisensterben eingegeben werden. Nur so kann herausgefunden werden, ob die Epidemie des vergangenen Jahres ein einmaliges Ereignis war oder der Beginn eines jährlich wiederkehrenden Problems.

 

die Ursache ist ein Bakterium

Suttonella ornithocola: So heißt das Bakterium, das im Frühjahr 2020 in Deutschland ein überregionales Blaumeisensterben auslöste. Es ist erst seit 1996 bekannt und wurde es erstmals in Großbritannien nachgewiesen. Dort kommt es seitdem regelmäßig im ganzen Land vor, hat aber bisher nicht zu überregionalen Massensterben geführt. In Deutschland wurde es zum ersten Mal im April 2018 entdeckt, führte aber auch hier bisher nur zu kleineren Krankheitsausbrüchen. Das massenhafte Auftreten im Frühjahr 2020 ist für den Erreger bisher einzigartig.

 

kein Risiko für Menschen oder Haustiere
Bisher sind keine Berichte von Infektionen mit diesem Bakterium bei Menschen oder anderen Säugetieren bekannt. Nachgewiesen wurden Infektionen nur bei Vögeln aus der Familie der Meisen (Paridae) und bei Schwanzmeisen (Familie Aegithalidae). Ebenso ist noch unklar, zu welchem Grad auch anderen Vogelarten befallen werden können.

ausgelöste Krankheiten

Suttonella ornithocola verursacht bei infizierten Vögeln eine Lungenkrankheit. Bei Laboruntersuchungen wurden typische Symptome für Lungenentzündungen festgestellt. Teilweise wird offenbar auch der Verdauungstrakt angegriffen. Das Bakterium gehört zu der Familie der Cardiobacteriaceae. Obwohl es bereits 1996 zum ersten Mal isoliert wurde, wurde es erst 2005 als eigene Art erkannt und beschrieben. Daher ist es bisher vergleichsweise unbekannt. Auch die Bandbreite der von diesem Bakterium infizierbaren Arten ist kaum bekannt.

 

betroffene Vogelarten

Am häufigsten sind Blaumeisen betroffen. Doch auch bei anderen Meisenarten und Schwanzmeisen wurden die Krankheit und Todesfälle, die durch das Bakterium ausgelöst werden, schon beobachtet. Insbesondere Tannenmeisen waren relativ oft betroffen, in geringerem Ausmaß auch die größeren Kohlmeisen. Bisher wurde Suttonella ornithocola nicht bei Vögeln anderer Vogelgruppen nachgewiesen. Ein Großteil der Todesfälle in Großbritannien betraf bisher männliche Blaumeisen. Ob sich dies auch für den Ausbruch 2020 in Deutschland bestätigt, ist noch offen. Auch eine überzeugende Erklärung für diese ungleiche Verteilung auf die Geschlechter steht noch aus.

 

Es wurde beobachtet, dass Blaumeisen, die kurz darauf starben, apathisch und aufgeplustert auf dem Boden saßen und keine Fluchtversuche bei sich nähernden Menschen unternahmen. Weitere Symptome der Krankheit sind, dass die Vögel wirken, als hätten sie Atemprobleme, Teile des Kopfgefieders sind ausgefallen, die Augen wirken verklebt. Sie nehmen kein Futter mehr auf oder können anscheinend nicht mehr schlucken. Manche Meisen wirken, als hätten sie unstillbaren Durst“, erklärt Britta Raabe von der NABU-Regionalgeschäftsstelle Weserbergland

 

Hygiene bei der Vogelfütterung

Es liegt nahe, dass die Krankheit besonders dort übertragen wird, wo viele Vögel aufeinandertreffen, worauf der übliche Fundort in der Nähe von Vogelfütterungen hinweist. Daher rät der NABU grundsätzlich dazu, bei Beobachtungen von mehr als einem kranken Vogel an Fütterungen, diese Fütterung und die Bereitstellung von Tränken sofort einzustellen – sozusagen als „Social Distancing“ für Vögel. Grundsätzlich gilt, an Futter- und Wasserstellen auf Sauberkeit zu achten, „damit sich die Tiere beim Körnerholen oder Wassertrinken nicht gegenseitig mit Krankheiten anstecken können“, macht Raabe auf die notwendige Hygiene aufmerksam. „In der Brutzeit holen sich die Vögel immer gern einen Leckerbissen zur Stärkung an der Futtersäule ab. Das ist auch kein Problem, solange das Futter sauber ist und die Vögel nicht mit dem gesamten Futter in Kontakt kommen können“, rät die Geschäftsstellenleiterin. Und führt weiter aus, niemals kranke oder tote Vögel direkt anzufassen, sondern eine umgestülpte Plastiktüte oder Gummihandschuhe zu benutzen. Gleiches gilt für die Reinigung von Vogelfutterstellen oder Trink- und Badestellen für Vögel. Außerdem sollten Tücher, Bürsten und Schwämme, mit denen Vogelfutterstellen gereinigt werden, strikt von Reinigungstüchern für andere Bereiche getrennt werden. Anschließend sollten die Hände gründlich mit Seife gewaschen werden, nachdem Kontakt mit Vögeln oder Futterstellen bestanden hat.

 

Melden von Verdachtsfällen

Gern können Meldungen telefonisch in der Regionalgeschäftsstelle Weserbergland abgegeben werden – unter 05724 – 399 3535 nimmt Britta Raabe von 9-16 Uhr Anrufe entgegen.
Noch einfacher ist jedoch die online Meldung auf
www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/gefaehrdungen/krankheiten/suttonella/meisensterben.

 

INFOBOX:

  • Damit betroffene Vogelbestände sich möglichst schnell wieder erholen können, ist es wichtig, den überlebenden Vögeln möglichst gute Bedingungen für die anstehende Brutzeit zu bieten.
    Das erreicht man am besten durch einen möglichst 
    vogelfreundlichen und naturnahen Garten.

 

  • Zum Vormerken: „Stunde der Gartenvögel“, NABU-Vogelzählaktion vom 13. bis 16. Mai 2021
    Eine Stunde lang vom Fenster oder Balkon aus, auf der Terrasse, im Garten oder im Park die Vielfalt der Vogelwelt beobachten, die Vögel notieren und melden.
    Alle Infos online unter www.stunde-der-gartenvoegel.de

 

  • Hinweis zum Abdruck von NABU-Fotos:
    Die NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland gestattet den einmaligen Abdruck des/der gesendeten Fotos im Kontext der besprochenen, NABU-bezogenen Berichterstattung. Voraussetzung ist die Nennung des Fotografen wie mitgeteilt. Bei nicht autorisierter weiterer Verwendung bzw. bei besprochener Verwendung, jedoch ohne Nennung des Fotografen, behält sich der NABU das Recht vor, ein der Veröffentlichung angemessenes Honorar nachzufordern. Der Weiterverkauf des gelieferten Bildmaterials an Dritte ist nicht gestattet.

Britta Raabe
Regionalgeschäftsstellenleitung  I  V.i.s.d.P.
NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland
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Gesunde Blaumeise an Knödelhalter. Foto Kathy Büscher
Gesunde Blaumeise an Knödelhalter. Foto Kathy Büscher
Kranke Blaumeise. Foto Otto Schäfer
Kranke Blaumeise. Foto Otto Schäfer


NABU KV Hildesheim Pressemitteilung Nr. 09 am 26.3.2021

Rotkehlchen Foto NABU Kathy Büscher
Rotkehlchen Foto NABU Kathy Büscher

Umwelt/Vögel

Vogel des Jahres 2021 ist das Rotkehlchen

Niedersachsens Gärten vogelfreundlich gestalten / NABU gibt Tipps

 

Weserbergland Das Rotkehlchen ist von den Menschen in Deutschland zum „Vogel des Jahres“ 2021 gewählt worden – es hatte den Schnabel vorn vor der Zweitplatzierten, der Rauchschwalbe. An der Wahl, die anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Aktion „Vogel des Jahres“ stattfand, hatten sich hunderttausende Bürger und Bürgerinnen bundesweit beteiligt. Der NABU Niedersachsen gratuliert dem virtuosen Sänger zu seiner Wahl – wohl wissend, dass das Rotkehlchen eine der beliebtesten Vogelarten in Deutschland ist; zugleich rufen die Naturschützer auf, Hand anzulegen und Niedersachsens Gärten „rotkehlchenfreundlich“ zu gestalten.

 

„Über das ganze Jahr gesehen erreichen den NABU Niedersachsen – sowohl seine Landes- als auch die Regionalgeschäftsstellen, Naturschutz- und Nationalparkzentren – bezogen auf Vogelarten wohl die meisten Anfragen genau zu dieser Vogelart“, berichtet Rüdiger Wohlers vom NABU Niedersachsen. „Keine andere Vogelart scheint den Menschen so am Herzen zu liegen wie das Rotkehlchen. Das hat seine Hintergründe sicherlich darin, dass es recht vertraut zu sein scheint, an Futterplätzen ganzjährig auftaucht, einen auffälligen und sehr melodischen Gesang bietet und vielen das Herz erwärmt!“, vermutet Wohlers. „Es bleibt oft in der Nähe des Menschen, sogar beim Umgraben im Garten oder der Bepflanzung von Töpfen auf dem Balkon und versucht dann, schnell das eine oder andere Würmchen aus der frisch aufgetanen Erde zu ergattern.“

 

Rotkehlchen als Insektenfresser lieben Vielfalt, zum Beispiel wilde Ecken und scheinbare Unordnung im Garten. Sie brüten in der Regel bodennah in Stängel- und Asthorsten, Holzstapeln, sogar Erdlöchern, Nischen in Mauerwerk und anderen geschützten Plätzen, mitunter sogar in Halbhöhlen-Nistkästen, wenn diese versteckt und niedrig angebracht werden. „Aber entscheidend für das Rotkehlchen ist die breite Nahrungsgrundlage – je vielfältiger, blüten- und deckungsreicher und damit insektenfreundlicher ein Garten ist, desto größer ist die Chance, dass sich dort ein Rotkehlchen ansiedelt“, fasst Wohlers zusammen. Der Bestand des Rotkehlchens beläuft sich bundesweit auf etwa 2,5 bis 4 Millionen Brutpaare. „Es ist zwar derzeit nicht gefährdet, aber das will nichts heißen“, mahnt der Naturschützer, sich niemals in trügerischer Sicherheit zu wiegen. Auch dieser Art machten die galoppierende Ausräumung der Landschaft, der Verlust an artenreichen Wegsäumen und Waldrändern, der Landschaftsverbrauch durch Überbauung und auch die Bejagung dieses „Teilziehers“ im Süden Europas zu schaffen, wie der NABU-Mitarbeiter unterstreicht.

 

„Wer dem Rotkehlchen helfen will, kann dies auf vielfache Weise tun; im eigenen Garten oder Kleingarten sollten möglichst nur heimische Bäume, Sträucher und Stauden gepflanzt werden, damit die Rotkehlchen und andere Piepmätze ausreichend Nahrung und Deckung finden. Besonders gut geeignet sind ein paar ‚wilde Ecken‘, zum Beispiel aus Reisighaufen, locker aufgeschichtet, und gern auch von Stauden oder Wildkräutern umstanden – da darf dann auch schon mal die Brennnessel oder die Knoblauchsrauke hochkommen. Denn immer folgen auch Insekten – das Büffet der Rotkehlchen ist dann reichlich gedeckt“, sagt Rüdiger Wohlers. „Wer es versuchen möchte, dem Rotkehlchen einen Nistkasten anzubieten, sollte auf eine so genannte Halbhöhle zurückgreifen, die mit etwas Geschick aus Holz selbst gebaut oder aus dem sehr bewährten und witterungsbeständigen Material Holzbeton im Fachhandel gekauft werden kann. In diese Halbhöhlen ziehen mitunter auch andere ‚Mieter‘ wie Grauschnäpper, Sperlinge, Rotschwanz oder Bachstelze ein, deshalb sollten sie, wenn sie gezielt für das Rotkehlchen angeboten werden sollen, in nur mittlerer Höhe angebracht werden, am besten etwas ‚versteckter‘, und vor allem so, dass er von Katzen nicht so leicht erreicht werden kann“, beschreibt der Naturschützer den praktischen Schutz für das Rotkehlchen.

 

Immer wieder wird auch von Rotkehlchenbruten in abgelegenen Ecken von Schuppen und Carports berichtet. „Einmal brüteten sie sogar in einer offen stehenden Mülltonne, ein anderes Mal in einem Werkzeugkasten. Wenn solche Bruten in Gebäuden festgestellt werden, sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass ein Fenster oder eine Tür offensteht, damit die Tiere ungehindert aus- und einfliegen können“, betont der NABU-Mitarbeiter.

 

  • INFOBOX Rotkehlchen
  • Aussehen: Mit seiner orangen Brust und Kehle ist das Rotkehlchen unverwechselbar. Der Bauch ist hell, Schwanz, Hinterkopf und Rücken sind braun gefärbt. Die Geschlechter sind nicht zu unterscheiden, aber das Alter: Jungen Rotkehlchen fehlt die orange Färbung, ihre Brust ist braun geschuppt.

 

Ø  Verhalten: Beim Umgraben eines Beetes kommt das Rotkehlchen oft erstaunlich nah, um in der aufgewühlten Erde nach Fressbarem zu suchen. Außerhalb von Gärten folgt es auch größeren Säugern wie Wildschweinen, um auch hier Nahrung aus der aufgeworfenen Erde zu picken.

 

Ø  Lebensraum: Das Rotkehlchen fühlt sich in Wäldern, Parks und Gärten zu Hause. Auch offene Landschaften wie Felder bewohnen die Rotkehlchen, solange es Sträucher zum Brüten gibt.

 

Ø  Gefährdung: Rotkehlchen sind nicht gefährdet.

 

Ø  Zugverhalten: Rotkehlchen sind in Deutschland Teilzieher. Einige Vögel bleiben das gesamte Jahr über in unseren Breiten, andere ziehen kurze Strecken in wärmere Gefilde.

 

Ø  Nahrung: Es ernährt sich von Kleintieren, die es meist hüpfend am Boden jagt. Diverse Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken stehen ganz oben auf dem Speiseplan. Im Spätsommer und Herbst fressen Rotkehlchen auch Beeren und andere weiche Früchte.

 

Ø  Stimme: Ein kurzes und hartes „tick“ oder ein hohes „siiip“ geben sie besonders bei Beunruhigung von sich. Schwieriger zu beschreiben ist ihr Gesang: Er startet mit einer Reihe hoher, feiner Töne und endet in einer Folge „tröpfelnder“, „perlender“ Elemente. Das klingt etwas traurig oder wehmütig und ist auch im Herbst, Winter sowie nachts zu hören.

 

Ø  BEOBACHTUNGSTIPP: Egal ob in Parks, an Feldrändern oder in Wäldern – überall haben Sie gute Chancen, Rotkehlchen zu entdecken. Achten Sie auf Bewegung im Unterholz oder auf singende Vögel auf exponierten Sträuchern. Wer Vögel im Garten füttert, sollte nach kurzer Zeit auch das Rotkehlchen bewundern können.

 

Ø   Welcher Vogel singt wo?

 

Ø  WAS KANN ICH TUN? Verzichten Sie auf monotone Steingärten oder asphaltierte Wege. In einem etwas unaufgeräumten, strukturreichen Garten fühlen sich Rotkehlchen pudelwohl. Pflanzen Sie dichte Hecken und lassen Sie den Efeu an der Hauswand wachsen, um den hübschen Singvögeln einen Brutplatz zu bieten. 

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Britta Raabe
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NABU KV Hildesheim Pressemitteilung Nr. 08 am 15.3.2021

Natur erleben / Gartengestaltung
Naturnahe Gärten selbst gestalten

 

VHS-Kurs mit dem NABU Hildesheim verlegt: jetzt online Teilnahme möglich

Weserbergland/Hildesheim – Der NABU Hildesheim freut sich, mitteilen zu können, dass der VHS Kurs P16060M Gestaltung von Naturgärten zwar verlegt werden musste, aber nun jedoch online stattfinden kann: am Freitag, den 19. März 2021 um 19 Uhr findet jetzt eine Zoom-Konferenz statt.

Zu diesem Abend sind alle eingeladen, die sich für das Thema Naturgarten interessieren - in einem Bildvortrag wird vorgestellt, was der NABU dazu vorschlägt und wie es die AG Naturgarten im eigenen Garten bereits umsetzt. Der Austausch von Interessen und Erfahrungen, Wünschen und Ideen ist gewünscht! Referentinnen: Aggi Galle und Susanne Engel von der NABU Naturgarten AG. Anmeldung bei der VHS notwendig. Teilnehmerzahl begrenzt. Kostenbeitrag: 4 €. Die Veranstaltung findet als Video-Konferenz statt, Zugangsdaten bei Anmeldung!


NABU KV Hildesheim Pressemitteilung Nr. 07 am 23.2.2021

Natur erleben / Schmetterlinge
Frühlingshaftes Faltererwachen

NABU bittet darum, Schmetterlinge und Falter aus dunklen Kammern und Schuppen ausfliegen zu lassen

Weserbergland – Die ersten Sonnenstrahlen und steigende Temperaturen locken derzeit nicht nur die ersten Frühblüher aus der Erde, sondern auch Schmetterlinge und viele andere Insekten aus ihren Winterverstecken hervor – sofern sie denn herausfinden. Zitronenfalter, Admiral, Landkärtchen – das sind nur einige der etwa 3.700 in Deutschland vorkommenden Schmetterlingsarten, die die frühlingshafte Luft bald wieder zahlreich mit ihrem bunten Treiben schmücken und wichtige Bestäubungsarbeit leisten werden.

 

Damit es dazu kommen kann, müssen die zur Ordnung der Lepidoptera (dt. „Schuppenflügler“) gehörenden Insekten sich aber erst einmal einen Weg aus ihren Winterquartieren bahnen. Arten wie das wohlbekannte Tagpfauenauge oder der Kleine Fuchs suchen sich für Ihre Winterstarre beispielsweise geschützte, trockene Orte wie Dachböden, Garagen oder Schuppen und warten nun darauf, dass Ihnen die Tür für die Rückkehr ins zunehmend Grüne geöffnet wird. Naturschützer bitten also, besonders auch im Angesicht des rezenten Insektensterbens, um das gelegentliche Öffnen von Fenstern und Türen potenzieller Schmetterlingsquartiere, damit die Falter nicht in Not geraten und eine Chance aufs Überleben haben. 

 

 

Prachtkerl und Trommelkünstler: Der Kleine Fuchs (Aglais urticae)

 
Der Kleine Fuchs gehört zu der großen Familie der Edelfalter. Hier finden sich viele der bekanntesten und farbeprächtigen Schmetterlinge, wie das Tagpfauenauge und der Admiral. In Deutschland gibt es fast 200 verschiedene Tagfalter, weltweit sind es 6000 Arten. Tagfalter halten die Flügel beim Sitzen meist geschlossen und nach oben zusammengeklappt.

 

Der Kleine Fuchs ist an seinen orange-braunen Flügeln, die mit leuchtend blauen Punkten gesäumt sind, leicht zu erkennen. In unseren Breiten lässt sich der hübsche Edelfalter häufig beobachten, und wer die Ohren spitzt, kann ihn manchmal sogar hören.

Die Flügelspannweite des Kleinen Fuchs beträgt rund vier bis fünf Zentimeter. Seine Flügel sind gefärbt, die Oberseite ist mit dunklen Flecken versehen. An den Flügelspitzen befindet sich jeweils ein weißer Fleck, und die Flügelränder sind geschmückt von einer Reihe blauer Punkte. Die Unterseite der Flügel ist dunkel. Auch der Körper des Schmetterlings ist dunkel und stark behaart. Das Verbreitungsgebiet des Kleinen Fuchs ist sehr groß. Er ist sowohl in ganz Europa, als auch in Asien zu Hause, bis in Höhen von 3.500 Metern. Entsprechend vielfältig ist auch sein Lebensraum, so kommt er in den Bergen ebenso wie im Flachland vor. Hier ist er überwiegend an Waldrändern, in offenen Landschaften, Parkanlagen und Gärten zu finden.

 Die Weibchen legen bis zu 200 grüne Eier in großen Gelegen der Blattunterseiten ab. Die jungen Raupen fressen bis zur letzten Häutung in selbst gesponnenen Gespinsten, während erwachsene Raupen meist einzeln oder in kleinen Gruppen anzutreffen sind. Die Raupen des Kleinen Fuchs ernähren sich vorwiegend von den Blättern der Brennnessel. Die Schmetterlinge ernähren sich vom Nektar einer Vielzahl unterschiedlicher Blütenpflanzen. Zu den bevorzugten Pflanzen zählen Wasserdost und Kratzdisteln.

 

Auf Berührungen und Erschütterungen reagiert der Kleine Fuchs empfindlich: Sofort rollt er sich zusammen und lässt sich fallen. Auch die Brautschau des Kleinen Fuchs ist bemerkenswert: Hat das Männchen eine passende Dame entdeckt, folgt er ihr und versucht, mit seinen Fühlern auf ihren Flügeln zu trommeln. Jetzt beginnt eine gesellige „Verfolgungsjagd“, wobei man aus der Nähe das Trommeln des Männchens deutlich hören kann. Wer einen Garten hat, hilft dem Kleinen Fuchs am besten mit wilden Ecken. Brennnesseln an sonnendurchfluteten Stellen fressen die Raupen am liebsten. Und den erwachsenen Faltern bieten heimischen Nektarpflanzen, zum Beispiel Klee oder Flockenblumen, ausreichend Nahrung.

 

 Hinsichtlich ihres Überlebens in der darauffolgenden Zeit sind Schmetterlinge stark auf die je nach Art verschiedenen spezifischen Nahrungspflanzen angewiesen. Wer die buntgeflügelten Insekten also durch eine vielfältige und nektarreiche Bepflanzung zu einem Ausflug in seinem Garten ermuntern möchte, kann dazu unter anderem hier https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/tiere/insekten/01446.html Anregungen finden. Weiterführende Informationen können Interessierte zudem bei der NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland eines Info-Pakets, das aus Broschüren mit Bildern, Tipps und Anleitungen rund um das Thema falterfreundliche Gartengestaltung besteht, erhalten. Die Bestellung des Materials kann gegen Einsendung eines 5-Euro-Scheins bei der regionalgeschäftsstelle weserbergland, bergamtstraße 12, 31683 Obernkirchen, unter dem Stichwort „Schmetterlinge“ erfolgen.

 

 INFOBOX / Steckbriefe:

 Zitronenfalter

Flügelspannweite: 50 – 60 mm

Lebensraum: lockere, feuchte Wälder und Gebüsche

Art der Überwinterung: Winterstarre an geschützten Überwinterungsplätzen

Flugzeit: Februar – November

 

Admiral

Flügelspannweite: 50 – 65 mm

Lebensraum: Hecken, Waldränder, Gärten, Wiesen und Plätze, wo überreifes (Fall-) Obst liegt

Art der Überwinterung: Wanderung nach Südeuropa

Flugzeit: März – August

 

Landkärtchen

Flügelspannweite: 30 – 40 mm

Lebensraum: Waldränder, feuchte Wälder und Auen

Art der Überwinterung: als Puppe, Schlüpfen im darauffolgenden Frühjahr

Flugzeit: April – August

 

Tagpfauenauge

Flügelspannweite: 50 – 55 mm

Lebensraum: Parks, Gärten und Waldränder

Art der Überwinterung: Winterstarre an geschützten Überwinterungsplätzen

Flugzeit: März – Oktober

 

Kleiner Fuchs

Flügelspannweite: 40 – 50 mm

Lebensraum: v. a. Waldränder, offene Landschaften, Parkanlagen und Gärten

Art der Überwinterung: Winterstarre an geschützten Überwinterungsplätzen

Flugzeit: März – Oktober

 


NABU KV Hildesheim Pressemitteilung Nr. 06 am 22.2.2021

 

Vereinsleben / Naturschutz
Die Jahreshauptversammlung muss verschoben werden

 

NABU Hildesheim bittet um Verständnis für Verlegung der JHV in die zweite Jahreshälfte

 

Weserbergland/HildesheimDer NABU Kreisverband Hildesheim muss Corona bedingt die ursprünglich am 25. Februar geplante Jahreshauptversammlung auf die zweite Jahreshälfte verschieben und bittet um Verständnis. Der neue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben: Mitglieder und Interessierte können sich auf der Homepage www. nabu-hildesheim.de informieren. Auch alle anderen Termine können dort abgefragt werden.
Britta Raabe
Regionalgeschäftsstellenleitung  I  V.i.s.d.P.
NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland
Bergamtstraße 12, 31683 Obernkirchen   I  Tel.: 05724 – 399 35 35  I  E-Mail: britta.raabe@nabu-weserbergland.de


NABU KV Hildesheim Pressemitteilung Nr. 05 am 22.2.2021

 

Umweltbildung
Förderung der Biodiversität auf Betriebsflächen

 

Vortragsangebot des NABU Kreisverbandes Hildesheim / Termin wird als Video-Konferenz angeboten

 Weserbergland/Hildesheim - Am 26. Februar berichtet Sabrina Schmidt vom NABU-Laatzen ab 19 Uhr in einem Vortrag über Möglichkeiten, wie man Firmengelände naturnah umgestalten und damit lokal die Artenvielfalt fördern kann. Oft ungenutzte Freiflächen können so einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Interessierte Personen und Betriebe können sich bei Sabrina Schmidt via Email anmelden: Sabrina.Schmidt@nabu-niedersachsen.de und erhalten dann die Zugangsdaten für die Videokonferenz.

 Britta Raabe
Regionalgeschäftsstellenleitung  I  V.i.s.d.P.
NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland
Bergamtstraße 12, 31683 Obernkirchen   I  Tel.: 05724 – 399 35 35  I  E-Mail: britta.raabe@nabu-weserbergland.de 


NABU KV Hildesheim Pressemitteilung Nr. 04 am 16.2.2021

 

Umwelt / Vortrag
Die Uhus vom Mariendom

 

NABU lädt am 04. März um 19Uhr ein / Vortrag findet online statt

Weserbergland/HildesheimSeit 2014 brüten Uhus am Hildesheimer Mariendom: auch im letzten Jahr hat ein Uhupaar dort gebrütet. Drei prächtige junge Uhus sind im Kreuzgang des Doms flügge geworden. Über das Aufwachsen und die besonderen Erlebnisse mit den kleinen Uhus berichtet die Koordinatorin der Arbeitsgemeinschaft Eulenschutz des NABU Hildesheim Angelika Krueger in einem Bildvortrag am 04. März 2021 um 19 Uhr. Für den Vortrag ist etwa eine Stunde vorgesehen. Wegen der geltenden Corona-Regeln findet er online statt. Anmeldungen sind per E-Mail an angelika.kru@arcor.de oder telefonisch 0160 6921435 möglich.
Britta Raabe
Regionalgeschäftsstellenleitung  I  V.i.s.d.P.
NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland
Bergamtstraße 12, 31683 Obernkirchen   I  Tel.: 05724 – 399 35 35  I  E-Mail: britta.raabe@nabu-weserbergland.de 


NABU KV Hildesheim Pressemitteilung Nr. 03 am 16.2.2021

 

Umwelt / Eulenschutz
Unsere Schleiereulen und Greifvögel leiden Not: Scheunen für Mäusejäger öffnen – jetzt dringend helfen!

 

NABU appelliert an Scheunenbesitzer / Erste verhungerte Tiere gemeldet

 Weserbergland/Hildesheim - Des einen Freud, des anderen Leid: Vielerorts freuen sich die Menschen über die winterliche, schneebedeckte Landschaft. Doch was so romantisch anmutet, wird für Beutegreifer wie die Schleiereule zum Überlebenskampf. Derzeit erreichen den NABU die ersten Meldungen über verhungerte Schleiereulen und Greifvögel.

 „Schleiereulen jagen nach Gehör und sie können auch die Mäuse unter der Schneedecke hören“, wie Angelika Krueger weiß. Der heimliche Kulturfolger Schleiereule hat als geschickter Mäusejäger mit gutem Gehör normalerweise im Winter normalerweise keine Probleme, wenn die Schneedecke nicht zu dick ist“, wie die Leiterin der Eulenschutz AG des NABU Hildesheim betont „Geschlossene Schneedecken wie derzeit nehmen den Schleiereulen die Möglichkeit, in freier Landschaft Mäuse zu jagen“, so Krueger weiter. Prekär ist die Situation, da Schleiereulen kein umfangreiches Fettpolster besitzen und nach einer Woche ohne Futter verhungern.

 Umso wichtiger werden nun geöffnete Gehöfte, Scheunen und Ställe für Schleiereulen, da sie dort die Möglichkeit haben, auf Mäusejagd zu gehen. Krueger betont: „Im Sommer sorgen die Schleiereulen dafür, dass die Mäusepopulation auf den Gehöften reduziert wird. Nun im Winter benötigt die Schleiereule unsere Unterstützung.“ Der NABU appelliert an Scheunen- und Stallbesitzer, den Schleiereulen einen Zugang zu ermöglichen. „Ein kleines Einflugloch genügt bereits, damit unser heimischer Kulturfolger einen Platz zur Mäusejagd findet und die nächsten Wochen übersteht“.

 

  • Bei gefrorenem Boden und geschlossener Schneedecke finden sie keine Mäuse.
  • Dies überleben die Eulen und Greife nur eine Woche, nach zwei Wochen sterben sie.
  • Ermöglichen Sie den Schleiereulen Zugang in Scheunen und Ställe!
  • Streuen Sie Mäusefutter (Mais-, Getreide-, Sonnenblumenkörner, Dreschabfälle) an geschützten Stellen im Freien oder in der Scheune aus, um Mäuse anzulocken. 
  • Man kann das Mäusefutter auch auf und um einen Strohballen oder
    einen Haufen aus Stroh und Heu streuen, dann ziehen die Mäuse dort ein und die Eulen und Greife können sich bedienen. Das funktioniert natürlich auch draußen auf einer freien Fläche, einem Hof, einer Einfahrt oder einer freien, windgeschützten Stelle neben einer Hecke…  
  • Die Eulen und Greifvögel danken es Ihnen, indem sie kostenlos, giftfrei und zuverlässig über das ganze Jahr den Mäusebestand dezimieren.

Britta Raabe
Regionalgeschäftsstellenleitung  I  V.i.s.d.P.


NABU KV Hildesheim Pressemitteilung Nr. 02 am 12.2.2021

 Umwelt / Vogelschwund
Rotkehlchen sollte „Vogel des Jahres“ werden

 

NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland ruft zur Wahl auf – online mitmachen erwünscht

 

Weserbergland - Eine besondere Wahlempfehlung im „Superwahljahr“ gibt die NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland  – diese bezieht sich aber nicht auf Bundestags- oder Kommunalwahlen, sondern auf die Wahl des NABU-Vogels des Jahres: denn erstmals kann die Bevölkerung den Vogel auswählen. Anlass dafür ist das 50-jährige Jubiläum der Aktion: 1971 wurde mit dem damals kurz dem Aussterben stehenden Wanderfalken erstmals ein Vogel des Jahres gewählt. „Mit dem Vogel des Jahres wird Aufmerksamkeit auf eine Vogelart, ihre Lebensweise, ihren Lebensraum und Gefährdungen und Entwicklungen gezogen – was zu echten Maßnahmen im Naturschutz führt“, erläutert Britta Raabe.

 

Aus den Vorwahlen gingen zehn gefiederte Kandidaten hervor. „Und wir haben uns entschieden, für eine Kandidatin zu werben: Wir rufen alle Vogelbegeisterten in den Landkreisen Schaumburg, Hameln-Pyrmont, Hildesheim und Holzminden auf, für das Rotkehlchen zu stimmen!“ wendet sich Raabe an die Bevölkerung, und begründet: „Das Rotkehlchen ist zwar heute noch keine gefährdete Art. Es steht aber für Entwicklungen, die insgesamt bedenklich sind und denen entgegengewirkt werden muss. Wir haben es bei einst auch vermeintlich häufigen Arten gesehen, dass sich die Bestände überraschend verringerten, etwa beim Haus- und Feldsperling oder der Rauchschwalbe. Rotkehlchen stehen beispielsweise für naturnahe Gärten und Parks sowie artenreiche Waldränder. Und hier setzt der enorme Flächenfraß, auch im Weserbergland jeden Tag neu an: Immer mehr Natur geht unter Asphalt und Beton verloren – deutschlandweit jedes Jahr eine Grundfläche so groß wie der Bodensee. Zudem gibt es leider den Trend bei Neubauten, dass ganze Gärten vom Bulldozer abgeräumt und großenteils gepflastert werden – hier kann nichts mehr leben!“ gibt die Leiterin der Geschäftsstelle  auch wieder, was „sehr, sehr viele Menschen bewegt, die sich an den NABU wenden.“ 

 „Keine andere Vogelart scheint den Menschen so am Herzen zu liegen wie das Rotkehlchen. Die Begründung liegt sicherlich darin, dass das Rotkehlchen bekannt ist, an Futterplätzen ganzjährig auftaucht und einen auffälligen und sehr melodischen Gesang bietet“, vermutet Raabe. „Es bleibt oft in der Nähe des Menschen – sogar beim Umgraben im Garten oder der Bepflanzung von Töpfen auf dem Balkon.“
Rotkehlchen als Insektenfresser lieben Vielfalt, zum Beispiel wilde Ecken im Garten. Sie brüten in der Regel bodennah in Stängel- und Asthorsten, Holzstapeln, Erdlöchern, Nischen in Mauerwerk und anderen geschützten Plätzen, mitunter sogar in Halbhöhlen-Nistkästen, wenn diese versteckt und niedrig angebracht werden. „Aber entscheidend für das Rotkehlchen ist die breite Nahrungsgrundlage – je vielfältiger, blüten- und deckungsreicher und damit insektenfreundlicher ein Garten ist, desto größer ist die Chance, dass sich dort ein Rotkehlchen ansiedelt“, fasst sie zusammen. Der Bestand des Rotkehlchens beläuft sich bundesweit auf etwa 2,5 bis 4 Millionen Brutpaare. „Es ist zwar derzeit nicht gefährdet, aber das will nichts heißen“, mahnt die Naturschützerin. Auch dieser Art machen die Ausräumung der Landschaft, der Verlust an artenreichen Wegsäumen und Waldrändern, der Landschaftsverbrauch durch Überbauung und auch die Bejagung im Süden Europas zu schaffen. 

 

Raabe betont: „Das Rotkehlchen steht auch für den dramatischen Nahrungsverlust durch das Insektensterben. Und: Es wird vom menschgemachten Klimawandel getroffen, da ein Teil der Rotkehlchen in den Süden zieht und auch von den Dürren betroffen ist.“ Darüber hinaus „findet gerade im Mittelmeerraum immer noch die große Tragödie des Vogelfangs statt - auf grausame Art und Weise kommen dort unter anderem auch Rotkehlchen um. Ein Vogelfänger brüstete sich sogar damit, dass 40 Rotkehlchen für eine Mahlzeit herhalten müssten.“

 

Wenn das Rotkehlchen zum NABU-Vogel des Jahres 2021 gewählt würde, würden sich auch viele Menschen damit beschäftigen, wie diesen virtuosen Sängern, die selbst im tiefsten Winter im Schein von Straßenlaternen singen, geholfen werden kann, auch im eigenen Garten. Deshalb ruft die Regionalgeschäftsstelle auf, an der Wahl bis zum 19. März unter www.vogeldesjahres.de teilzunehmen und hofft auf rege Beteiligung.

 

  • NABU Vogel des Jahres: Jubiläums-Poster mit 50 Jahresvögeln wieder erhältlich

Das farbige Poster im Format A 3, das anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Aktion „NABU Vogel des Jahres“ alle bisherigen Jahresvögel seit 1971 zeigt, ist nun wieder erhältlich. Erster NABU Vogel des Jahres war im Jahr 1971 der damals kurz vor dem Aussterben stehende Wanderfalke; ihm folgten viele bekannte und weniger bekannte Vögel, vom Weißstorch über den Kuckuck, die Mehlschwalbe, den Haussperling bis zum Kiebitz und Uhu. „Sogar gleich drei Spechtarten waren über die Jahre vertreten“, fügt die Geschäftsstellenleiterin an: „Der häufige und bekannte Buntspecht, der auf Ameisen spezialisierte Grünspecht und der Schwarzspecht, der vor allem in alten Buchenwäldern lebt.“ Durch die Wahl zum jeweiligen Vogel des Jahres möchte der NABU auf dessen Lebensraum, auf Bedrohungen und Veränderungen aufmerksam machen und Anreize zum Schutz geben.
Das Farbposter mit den 50 bisherigen Vögeln des Jahres sendet die NABU-Regionalgeschäftsstelle – sie ist aufgrund der Pandemieeinschränkungen derzeit für den Besucherverkehr geschlossen – gern per Post zu.

 

  • INFOBOX: das Rotkehlchen
    Aussehen

Mit seiner orangen Brust und Kehle ist das Rotkehlchen unverwechselbar. Der Bauch ist hell, Schwanz, Hinterkopf und Rücken sind braun gefärbt. Die Geschlechter sind nicht zu unterscheiden, aber das Alter: Jungen Rotkehlchen fehlt die orange Färbung, ihre Brust ist braun geschuppt.

 

Verhalten

 

Beim Umgraben eines Beetes kommt das Rotkehlchen oft erstaunlich nah, um in der aufgewühlten Erde nach Fressbarem zu suchen. Außerhalb von Gärten folgt es auch größeren Säugern wie Wildschweinen, um auch hier Nahrung aus der aufgeworfenen Erde zu picken.

 

Lebensraum

 

Das Rotkehlchen fühlt sich in Wäldern, Parks und Gärten zu Hause. Auch offene Landschaften wie Felder bewohnen die Rotkehlchen, solange es Sträucher zum Brüten gibt.

 

Nahrung

 

Es ernährt sich von Kleintieren, die es meist hüpfend am Boden jagt. Diverse Insekten, Spinnen, Würmer und Schnecken stehen ganz oben auf dem Speiseplan. Im Spätsommer und Herbst fressen Rotkehlchen auch Beeren und andere weiche Früchte.

 

Stimme

 

Ein kurzes und hartes „tick“ oder ein hohes „siiip“ geben sie besonders bei Beunruhigung von sich. Schwieriger zu beschreiben ist ihr Gesang: Er startet mit einer Reihe hoher, feiner Töne und endet in einer Folge „tröpfelnder“, „perlender“ Elemente. Das klingt etwas traurig oder wehmütig und ist auch im Herbst, Winter sowie nachts zu hören.

 

Zugverhalten

 

Rotkehlchen sind in Deutschland Teilzieher. Einige Vögel bleiben das gesamte Jahr über in unseren Breiten, andere ziehen kurze Strecken in wärmere Gefilde.

 
Britta Raabe
Regionalgeschäftsstellenleitung  I  V.i.s.d.P.
NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland
Bergamtstraße 12, 31683 Obernkirchen   I  Tel.: 05724 – 399 35 35  I  E-Mail: britta.raabe@nabu-weserbergland.de

NABU Landesverband Niedersachsen e.V., Alleestr. 36, 30167 Hannover

Vereinssitz Hannover  I   Vereinsregister VR 4635, Amtsgericht Hannover  I  Vorstandsvorsitzender Dr. Holger Buschmann


NABU KV Hildesheim Pressemitteilung Nr. 01 am 13.1.2021

Umwelt / Bildungstermine

Online-Schulung zur Biberkartierung

 Der NABU Hildesheim bietet wieder neues Halbjahresprogramm an / über 40 Termine für Naturfreund*innen jeden Alters

 

Hildesheim - Aufgrund der Situation mit dem Corona-Virus können bis voraussichtlich zum 31.01.2021 keine Präsenzveranstaltungen des NABU Hildesheim stattfinden. Dennoch hat der NABU Kreisverband Hildesheim die erste Jahreshälfte 2021 ambitiös und optimistisch mit über 40 Naturschutz-Terminen geplant: das neue Programm kann jetzt von der Homepage herunter geladen werden und liegt auch als liebevoll gestaltetes Heft im NABU Büro zur Abholung bereit. Es ist außen in einem Prospekthalter jederzeit erreichbar zur Mitnahme ausgelegt.

 

Mit der Schulung „Biberkartierung“  für Freitag, den 15.01.2021 ab 18:00 Uhr, wird erstmalig eine Teilnahme online angeboten. Anmeldungen nimmt Frau Sabrina Schmidt via eMail sabrina.schmidt@nabu-laatzen.de entgegen. Informationen zu technischen Anforderungen und einen Link zur Einwahl erhalten alle Biberfreunde Ihrer Anmeldung ebenfalls via eMail zurück .

 

  • www.nabu-hildesheim.de
  • Alle Termine des NABU Hildesheim im ersten Halbjahr 2021 finden Sie auf der Homepage „nabu-hildesheim.de“. Das aktuelle Programmheft ist ebenfalls in gedruckter Version im Prospekthalter des NABU-Büros in der Dingworthstr. 38 in Hildesheim erhältlich.


 

NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland | Pressemitteilung Nr.01 vom 12.Januar 2021

Umwelt / Artenschutz

 

alte Handys gesucht: spenden Sie für Hummel, Biene & Co.!

Der NABU sammelt weiter alte Smartphones - für den Insektenschutz / auch Naturkorken und Briefmarken werden gesammelt

 

Weserbergland – Rund 110.151 ausgediente Handys hat der NABU 2020 in ganz Deutschland mit dem Projekt „Handys für Hummel, Biene und Co.“ gesammelt. Auch in der NABU Regionalstelle Weserbergland, im Umweltladen Holzminden sowie im NABU Zentrum Hildesheim-Moritzberg werden seit langem Althandys angenommen. Der NABU erhält für gesammelte Handys eine jährliche Spende von Telefonica, abhängig vom Erlös aus Recycling und Wiederverwendung.

 

Bis März 2019 kam das Geld  der Renaturierung der Havel  zugute. Insgesamt waren das über 835.000 Euro. Alte Mobilgeräte werden aber weiterhin gesammelt, jetzt fließt der Erlös in den NABU-Insektenschutzfonds. Damit werden beispielsweise Ackerflächen und Wiesen durch die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe gekauft und als Lebensraum für Insekten gesichert.

 

Der NABU begrüßt es, wenn verstärkt auch Unternehmen sich im Rahmen der Handy-Recycling-Kampagne für den Umweltschutz engagieren. „Ohne großen Aufwand kann sich jedes Unternehmen hier beteiligen und Sammelboxen an seinen Standorten aufstellen“ sagt Britta Raabe, welche die Regionalgeschäftsstelle in Rinteln leitet und bietet an, dass sich Interessenten, die eine Sammelbox aufstellen möchte, kann sich jederzeit gern bei ihr melden und eine kostenlose Box erhalten kann.

 

Nach Angaben des Digitalverbands Bitkom schlummern mehr als 105 Millionen alte Handys und Smartphones ungenutzt in deutschen Schubladen. Ausgediente Handys in den Hausmüll zu werfen oder an illegale Händler zu geben, schadet der Umwelt und ist auch gesetzlich verboten. Im Vordergrund steht für den NABU die Wiederaufbereitung und – falls erforderlich – Reparatur inklusive Austausch von Ersatzteilen von Mobilgeräten, um die Nutzungsdauer eines Handys oder Smartphones zu erhöhen. Eine Verlängerung der Nutzungsdauer spart pro Gerät 58 Kilogramm CO2 und 14 Kilogramm Ressourcen.

 

Zehn Gründe, warum das Recycling eines aussortierten Handys so wichtig ist:

 

  • Minimierung von Umweltbelastungen
  • Reduktion bei der Ausfuhr von Elektroschrott in Schwellen- und Entwicklungsländer
  • Unterstützung der Umwelt und des Klimas
  • kostbare Ressourcen werden wiederverwendet
  • Gesundheitsschutz
  • Minderung von Umweltbelastungen u.a. in Schwellen- und Entwicklungsländern
  • Reduktion von Elektroschrott
  • Gewährleistung des Datenschutzes durch verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten
  • Schaffung von Arbeitsplätzen u.a. für Menschen mit Behinderung
  • Vermeidung von „Konfliktmineralien“; d.h. Edelmetalle, die in politisch unruhigen Regionen abgebaut werden

 

„Mit Ihrem zurückgegebenem Altgerät sorgen Sie gleich doppelt für mehr Umweltschutz: zum einen stellen Sie sicher, dass Rohstoffe wiederverwertet werden und Schadstoffe nicht auf dem Müll landen“ führt Raabe aus und bittet darum, auf diese Weise den Naturschutz aktiv zu unterstützen.

 

Wer sein altes Handy -oder auch mehrere Handys- selbst direkt einsenden möchten, kann auch online einen Retourenschein ausdrucken. „Legen Sie Ihre alten Handys, Smartphones oder Tablets – gerne mitsamt Zubehör (Netzteil, Ladekabel, Akku, Headset) – in einen stabilen Umschlag oder Karton, kleben Sie den Retourenschein darauf und geben das Paket in der nächsten DHL Filiale oder DHL Paketbox ab. Das Porto ist bereits bezahlt“ sagt die Geschäftsstellenleiterin und möchte damit zum Mitmachen anregen. In der NABU Regionalgeschäftsstelle in der Bergamtstraße 12 in Obernkirchen nimmt Raabe darüber hinaus Briefmarken und Naturkorken an: auch diese kommen Naturschutzprojekten zu Gute.

 

INFOBOX

 

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Britta Raabe
Regionalgeschäftsstellenleitung  I  V.i.s.d.P.
NABU Regionalgeschäftsstelle Weserbergland
Bergamtstraße 12, 31683 Obernkirchen   I  Tel.: 05724 – 399 35 35  I  E-Mail: britta.raabe@nabu-weserbergland.de