Mai 2024

Englischer Rasen ist out – mähfrei durch den Mai

Hannover - Der NABU Niedersachsen ruft Gartenbesitzer*innen dazu auf, ihre Rasenmäher im Mai ruhen zu lassen. Diese Initiative, inspiriert von Großbritanniens erfolgreichem „No Mow May“, zielt darauf ab, die Artenvielfalt im eigenen Garten zu fördern und Insekten in unseren Städten und Gemeinden einen artgerechten Lebensraum zu bieten.

 

Rückgang der natürlichen Lebensräume

Durch die zunehmende Bodenversiegelung gehen natürliche Lebensräume verloren – eine wesentliche Ursache für die gegenwärtige Artenkrise. Naturnahe Gärten liefern im Vergleich zu konventionellen Gärten mehr Nektar für bestäubende Insekten und sind damit wichtige Biodiversitätsinseln im städtischen und ländlichen Raum.

Die privaten Gärten stellen einen erheblichen Anteil der städtischen Grünflächen dar. Mit jedem Garten, der sich am mähfreien Mai beteiligt, wächst ein Netzwerk dieser Lebensrauminseln.

 

Der ökologische Nutzen

„Ein natürlicher Garten steht für ökologisches Bewusstsein und sollte keineswegs als Zeichen von Faulheit gesehen werden", betont Lamin Neffati, Mitarbeiter des NABU Niedersachsen. „Wildblumen wie Margeriten und Klatschmohn sind nicht nur Insektenmagnete, sondern bieten auch wichtige Samen, die für Vögel in der Brutzeit essenziell sind. Zudem werden heimische Wildkräuter, die einen großen ökologischen Wert haben, fälschlicherweise als 'Unkraut' bezeichnet. Dieser menschengemachte Begriff tut den Pflanzen unrecht und zeigt, wie notwendig ein gesellschaftliches Umdenken ist. Englischer Rasen ist out – es blühen die Wildkräuter“.

Neben ungemähten Rasenflächen sind gezielt gepflanzte Wildblumenwiesen, die mit etwas Geduld zu ihrer vollen Pracht heranwachsen, besonders nahrhaft für Insekten. Bereits kleine Blühinseln aus Wildblumen sind wertvolle Nischen für die Tierwelt und können als Biodiversitäts-Trittsteine dienen.

Die ungemähten Areale bieten auch ideale Bedingungen für zukünftige NABU-Aktionen wie den „Insektensommer“ und die „Stunde der Gartenvögel“.

 

Aufruf zur Teilnahme

Stunde der Gartenvögel

Vom 09. bis 12. Mai findet die „Stunde der Gartenvögel“ statt. In diesem Rahmen sind Teilnehmer*innen dazu angehalten, eine Stunde lang die Vögel in ihrem Garten zu identifizieren und zu zählen. Diese Zählung soll als Indikator für den Zustand der Gärten dienen. Naturnahe Gärten locken viele Vögel an und bieten Futterquellen und Rückzugsorte.

 

NABU-Insektensommer

Eine weitere Mitmachaktion mit beobachtendem Charakter ist der NABU-Insektensommer. Vom 31. Mai bis zum 09. Juni und vom 2. bis 11. August wird dazu aufgerufen, eine Stunde lang die Insekten im eigenen Garten zu zählen. Es handelt sich um eine Gemeinschaftsaktion des NABU, des Landesbund für Vogel- und Naturschutz und ihres Partners naturgucker.de.

Der NABU Niedersachsen ermutigt alle Gartenbesitzer*innen am mähfreihen Mai und an den Folgeaktionen teilzunehmen und so einen Beitrag zum Schutz unserer heimischen Tierwelt zu leisten. Für Interessierte bietet der NABU Niedersachsen zahlreiche Informationsmaterialien.

 

NABU-Informationsmaterial

Anleitungen und Tipps für die Anlage von Wildblumenwiesen: https://niedersachsen.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/tipps-haus-garten/28795.html

 


April 2024

Natur/Umwelt

 

NABU: Vogelschutz in der Brut- und Setzzeit

 

Ausflüge in die Natur mit Umsicht und Rücksicht genießen 

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Hannover – Die Frühlingsgefühle machen sich langsam, aber sicher bemerkbar. Während wir Menschen wieder hinausgezogen werden, wird die Natur zur Kinderstube. Damit die Ausflüge und Spaziergänge durch Wald und Flur nicht zu einer Belastung für Natur und Tierwelt werden, müssen dabei einige Grundregeln beachtet werden, denn: Für viele Wildtiere beginnt sehr bald die Brut- und Setzzeit.

Aufgrund des Klimawandels und der damit zusammenhängenden früher beginnenden Vegetationsperiode, beginnt auch die Brut- und Setzzeit häufig schon deutlich vor dem offiziellen Start im April. Einige Tierarten wie der Feldhase oder das Wildschwein haben bereits Nachwuchs bekommen. Andere Tierarten sind hochträchtig. Auch Bodenbrüter wie Enten, Gänse, Rebhühner, Fasane, Kiebitze und Feldlerchen beginnen jetzt zu brüten. Während dieser Zeit sind die Tiere besonders empfindlich gegenüber Störungen und Gefahren.

Der NABU Niedersachsen appelliert daher an alle Naturfreunde, die Natur zu achten und nicht zu zerstören, keine Tiere zu stören, keine geschützten und sensiblen Landschaften zu betreten und zu beschädigen, für die ein Betretungsverbot besteht, und keinen Müll zu hinterlassen. Mit Beginn der offiziell geregelten Brut- und Setzzeit am 1. März gilt diese Rücksichtnahme umso mehr. Der NABU bittet insbesondere um Einhaltung der geltenden Leinenpflicht für Hunde vom 1. April bis zum 15. Juli, damit Hasen, Rebhühner, Feldlerchen und viele andere Tierarten in ihrer Brutzeit sowie die Jungtiere nicht gestört werden und um den Tieren in dieser sensiblen Phase die nötige Ruhe zu gönnen.

 

Tipps zum Schutz der Vögel während der Brut- und Setzzeit

 

Der NABU Niedersachsen empfiehlt für einen umsichtigen und rücksichtsvollen Umgang in und mit der Natur allgemein folgende Verhaltensregeln:

  • Hunde an der Leine: Hunde werden von anderen Tieren immer als Bedrohung gesehen. In vielen Bundesländern gilt daher im Sommerhalbjahr Leinenzwang. Auch das Aufsammeln der Hinterlassenschaften sollte sich für verantwortungsvolle Hundehalter von selbst verstehen.
  • Nicht vom Weg abkommen: Wer im Offenland auf den Wegen bleibt, minimiert Störungen in der Brut- und Setzzeit automatisch. In fast allen Naturschutzgebieten gilt ohnehin ein strenges Wegegebot, dort sollte man unbedingt die ausgewiesenen Betreuungs- und Ruhezonen beachten. Das gilt auch für Flüsse und Seen.
  • Abstand halten: Unbedingt ausgewiesene Betreuungs- und Ruhezonen in Schutzgebieten beachten. Sie markieren Bereiche, in denen sensible Arten sich zurückziehen. Das gilt auch für Flüsse und Seen.
  • Rücksichtsvoll verhalten: Bitte nehmen Sie auch Rücksicht auf andere Naturfreunde. Damit der Ausflug in die Natur für Jogger, Radfahrer, Familien mit Kindern und Spaziergänger gleichermaßen zum schönen Erlebnis wird, sollten alle einander mit Rücksicht begegnen. Bitte parken Sie auch nur auf den ausgewiesenen Flächen.
  • Leise statt laut: Ob Musik oder laute Stimmen: Lärm stört nicht nur andere Erholungssuchende, sondern vor allem viele Tiere. Diese sind meist deutlich lärmempfindlicher als wir Menschen.
  • Nichts hinterlassen: Abfall ist nicht immer zu vermeiden, ob Plastik oder Bananenschalen. In der Natur hat er aber nichts zu suchen. Bitte unbedingt wieder mit nach Hause nehmen.
  • Nicht zündeln: Rauchen, Grillen und offenes Feuer werden schnell zu einer großen Gefahr. Viele unterschätzen auch den Schaden, den achtlos weggeworfene Zigarettenstummel anrichten. Diese enthalten viele Schadstoffe und Plastik, die so unkontrolliert in unsere Natur gelangen und sich dort anreichern.
  • Hecken- und Baumbeschnitt vermeiden: Viele Vögel bauen ihre Nester in Hecken und Bäumen. Von daher muss auch laut Bundesnaturschutzgesetz ab dem 1. März darauf verzichtet werden, diese während der Brut- und Setzzeit zu beschneiden, um den Vögeln einen ungestörten Lebensraum zu bieten.
  • Vorsichtiges Mähen von Grasflächen: Beim Rasenmähen sollte darauf geachtet werden, dass keine Nester von Bodenbrütern wie zum Beispiel Amseln oder Lerchen gefährdet werden. Ein aufmerksames Vorgehen kann dazu beitragen, die Brutplätze zu schützen.

 


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